Montag, 25. Januar 2010

Digital Immigrants

Ich,  Trude, Tiffy, Freya - alle sind wir digitale Immigranten. Das schreiben John Palfrey und Urs Gasser in ihrem Buch " Born digital : understanding the first generation of digital natives".
Digital Immigrants sind laut Palfrey und Gasser hauptsächlich die Generation der vor 1970 geborenen. Bei den Digital Natives dagegen handelt es sich um die Jahrgänge ab 1980, um diejenigen also, die in das digitale Zeitalter hineingeboren wurden, die mit Computerspielen, sozialen Netzwerken, Mobiltelefonen und Instant Messaging groß geworden sind.
Im Gegensatz dazu wir digitale Immigranten. Wir, die noch wissen, was eine Schallplatte ist, die wir die Geburtsstunde des Walkman miterlebt haben und die digitale Informationen eher ausdrucken, als dass wir sie am Bildschirm zu lesen.

Den Digital Natives wird heute vorgeworfen, das Urheberrecht nicht besonders ernst zu nehmen und auch private Daten gedankenlos im Internet preis zu geben. Auch beim Thema Informationskompetenz haben die Digital Natives große Lücken. Es wird blind allem vertraut, was im Netz zu finden ist. Erst wenn die Hausarbeit, die aus Wikipedia abgeschrieben wurde, wegen sachlicher Fehler schlecht benotet wurde, wächst langsam die Skepsis. Glaubt man Palfrey und Gasser, dann liegt die Ursache am noch nicht voll leistsungsfähigen präfrontalen Cortex der Teenager. Dieser Hirnbereich spielt u.a. für Urteilskraft, Differenzierung und Interpretation von semantischen Informationen eine wichtige Rolle. Schaut man sich aber viele digitale Immigranten an, so scheint auch bei ihnen dieses Hirnareal nicht voll leistungsfähig zu sein.

Man sollte das Buch aber doch etwas differenzierter sehen. Was haben wir digitale Immigranten damals Musik "geklaut", von Urheberrecht hatten wir noch nie etwas gehört. Freunde hatten eine LP (ab den 80ern dann auch CDs). Und anstatt uns die Scheiben selber zu kaufen, haben die Freunde uns die Musik auf Kassette aufgenommen. Im Grunde nichts anderes, damals gab es eben noch kein Filesharing, Napster, Pirate Bay oder P2P.

Die Digital Natives seien mehr multitaskingfähig als wir Digital Immigrants. Sie machen alles gleichzeitig: Hausaufgaben, mit der Freundin Instant Messages austauschen und sein Profil in Facebook oder SchülerVZ aktualisieren. Nebenbei in iTunes die neueste Musik hören. Stichwort Reizüberflutung. Andererseits, Musik gehört während dem Hausaufgaben machen, das haben wir auch.

Aber die Autoren haben schon recht, es ist eine andere Generation, die kommt bzw schon da ist. Wer von uns über 40jährigen kann mit dem Begriff Netvibes etws anfangen, mit iGoogle, Weblog oder RSS? Das digitale Zeitalter ist angebrochen, wilkommen bei Web 2.0.

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