Samstag, 22. Dezember 2007

Fahrradüberlegungen II

Ein neues Fahrrad will gut überlegt sein. Aber einige Komponenten müssen einfach sein:

leicht. Mein Altes wiegt etwas um die 14,3 kg. Alurahmen mit Stahlgabel. Das neue darf also mit Federgabel auf keinen Fall schwerer sein.
Schaltung. mindestens LX, gerne auch XT. Oder doch die Rohloff?
Bremse. HS33
Federgabel mit Luftferderung, keine Stahlfeder

Dazu gibt es noch unzählige Fragen.
  • Dynamo. Die Frage ist, Nabendynamo oder Seitenläuferdynamo. Ein Nabendynamo ist praktischer, hat einen hohen Wirkungsgrad und der neue SON bremst auch so gut wie nicht.Dagegen spricht das Gewicht und der Preis.
    Der Seitenläuferdynamo Dymotec S12 hat einen Wirkungsgrad von 70%, kostet aber auch 190 €. Der Dymotec 6 hat 40% und kostet nur 30 €.

  • Licht. Das neue IQ-Fly ist schon toll. Mit 64 € wäre ich dabei. Aber tut es in der Stadt nicht auch ein anderer Scheinwerfer? Andererseits, ich wurde schon mal übersehen...

  • Schaltung. Kettenschaltung oder die Rohloff 14-Gang Nabe. Für Rohloff spricht, dass man mit einer 24-Gang-Schaltung effektiv auch nicht mehr als 14 Gänge hat. Ein weiterer Pluspunkt wäre, dass eine Nabenschaltung wartungsärmer ist als eine Kettenschaltung. Bleiben die Nachteile: der Preis (2099 € für das Tao Roholff mit HS 33) und die Tatsache, dass die Schaltung in manchen Gängen sehr laut ist.

  • Ausstattung. Das Tao Light von Steppenwolf kostet mit XT komplett und HS 33 1399 €. Mit LX und einer Truvativ Kurbelgarnitur würde es nur 1049 € kosten.
    Tut es das nicht auch? Ein Blick ins Internet sagt mir nichts gutes: nach 500 km zerschlissen, schlechter Schaltkomfort, Chainsucks (Kette bleibt in den Zähnen hängen) bei 9-fach-Schaltungen, zu weich usw. Also wären die 69 € Aufpreis für die LX-Kurbelgarnitur gut angelegt. Die LX-Version ist mit der Federgabel Suntour NCX D LO ausgestattet, die eine Stahlfeder hat. Ich müsste also auch noch 99 € Aufpreis in die Luftfedergabel NCX E RLO investieren. Das LX-Rad wäre mit 1217 € also 182 € billiger als die XT-Ausstattung. Es hat natürlich noch einen anderen Lenker und Sattel. Aber: lohnt sich das?

  • Gewicht. Das Tao Light wiegt 11,2 kg und ist mit XT komplett und HS 33 für 1399 € zu haben bzw 1217 € für LX komplett. Das Transterra dagegen wiegt 800 g mehr, hat XT/LX gemischt und kostet nur 999 €. Ok, dann kommen noch 99 € für die bessere Federgabel und 69 € für die LX Kurbel dazu.
    Also für 12,0 kg und LX/XT Schaltung, 1167 € im Gegensatz zu 11,2 kg und XT komplett, 1399 €
    Das Gewicht ist echt ein Problem. Denn es kommen noch hinzu: 600 g für den Tubus Cargo Gepäckträger
    etwa 500 -600 g für einen Ständer, Schutzbleche, Dynamo, Licht. Das wird schwer

Fahrradüberlegungen I

Velotraum: Was spricht dafür, was spricht dagegen?

Dagegen spricht vielleicht Gernots Argument, dass man dort nicht unbedingt nach wissenschaftlichen Maßstäben vermessen wird, sondern man nur auf der Messmaschine sitzt und das Rad nach "ich sitze gut darauf" eingestellt wird. Das kann der Händler mit unterschiedlichen Vorbauten auch. Und dass es ein Unterschied ist, ob ich nur auf einer Messmaschine sitze oder mit dem Rad ein paar Runden um den Block drehen kann.

Dagegen spricht auch der Preis. Für Velotraum Ausstattungsvorschlag Nr. 3 würde ich 1520 € bezahlen. Bestehend aus:

Rahmen. crmo cross
Schaltung. LX
Bremse. HS 33
Pedal. Shimano PD-M324
Felgen. Exal ML21
Speichen. SapimRace 2,0-1,8-2,0
Lenker und Vorbau. Ritchey

Für 1780 € würde ich das Ganze mit XT-Schaltung und der HS66 bekommen. Und DT Swiss Speichen, sowie Rigida Grizzly Felgen.
Der Witz an der HS66 ist, dass diese Bremse seit 2003 oder 2002 mangels Nachfrage nicht mehr hergestellt wird. Utopia und Velotraum haben die Restbestände aufgekauft und - zumindest Utopia hat sie im 2006er Programm als Neuheit verkauft - für teures Geld versteht sich. Sprich: diese Firmen verkaufen vermutlich günstig eingekaufte Bremsen für teures Geld.

Dafür spricht:
26"-Räder sind wendiger als 28"er.  Im Gegensatz zu einem Mountainbike mit 26" hat Veltoraum Reiserahmen. Das bedeutet ein wendiges Rad mit 
bequemer Reiserad Sitzposition.

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Grundsatzüberlegungen

Großes Problem: was für ein Rad soll ich mir kaufen. Irgendwann in den nächsten 2-3 Jahren wollte ich mir ja ein neues kaufen, ich hatte mir also noch nicht richtig Gedanken darüber gemacht. Ein Velotraum? Das Geld habe ich jetzt nicht, aber toll sind die schon. Ein 26“ oder ein 28“? Keine Ahnung. Eine Rohloff-Schaltung oder Shimano? Muß es XT sein oder reicht LX?
Wichtig ist nur: leicht soll es sein und Ballonreifen haben wegen der Dämpfung. Mit diesen Vorstellungen bin ich zum Fahrradladen am Haagtor.  Ich hatte etwa eine Stunde Beratung bei einem Verkäufer mit Arthrose in den Handgelenken. Der brachte mich recht schnell ab von der Idee mit den Ballonreifen. Aus zwei Gründen: sie sind schwer und seiner Erfahrung nach ist es bei Handgelenksarthrose sinnvoller eine Federgabel (wichtig: mit Luftfederung) zu haben als Ballonreifen. Die würden nur die leichten Schläge abfedern, während ihm die großen Schläge zu schaffen machten. Er hätte sogar auf seinem Rennrad eine Federgabel montiert. Mit einem neuen Helm und einem Steppenwolf-Prospekt bin ich dann wieder aus dem Laden. Die Grundfrage stellt sich aber immer noch: 26" oder 28"???

Freitag, 7. Dezember 2007

Totalschaden

Das Rad steht jetzt beim Fahrradmenschen. Mein Vater hat es bei der Polizei abgeholt und gleich dorthin gebracht. Ich könnte heulen. Ein völliger Totalschaden. Günter sagt, man könne ja um die Schaltung ein neues Fahrrad bauen, denn die Schaltung sei ja noch gut. Ein Achter im Vorderrad, Gabel verbogen, Rahmen verzogen. Nix zu machen.



Donnerstag, 6. Dezember 2007

Unfall

5. 12.
Soll ich jetzt zu svensk bio gehen oder nicht? Es kommt Hundtricket. Hur går det när man med hjälp av en hund försöker finna den stora kärleken? Andererseits bin ich viel zu müde dazu. Ach, skit i det, ich geh heim. Die Ereignisanzeige zeigt 17.04 Uhr an, als der Rechner heruntergefahren wurde. Ich packe mein Zeugs und mache mich auf dem Weg nach draußen. Im Magazin fällt mir ein, dass ich meinen Helm habe liegen lassen. Hole ich ihn, hole ich ihn nicht .... ach ja, auf die zwei Minuten kommt es jetzt auch nicht mehr an, ich gehe zurück und hole in.

Kurze Zeit später bin ich auf dem Radweg vor der neuen Aula und sehe ein Auto, dass recht schnell daher geschossen kommt. „Der wird doch wohl halten“ schießt es mir durch den Kopf und schon werde ich vom Auto erfaßt und fliege über Motorhaube auf die Straße. Irgendwie ist mir sofort das Spektakuläre an dieser Situation bewußt, muß mich aber erst mal sammeln und regen und will dann aufstehen. „Bleiben Sie liegen“ sagt eine männliche Stimme und drückt mich wieder auf den Boden. „Aber ...“ - Arg viel weiter komme ich nicht, denn die Stimme sagt, sie würden einen Krankenwagen holen. „NEIN“. „Doch, sicherheitshalber.“

„Wo ist mein Fahrrad?“ Die Leute starren mich ungläubig an. Das läge da hinten auf der Straße. Ich gab einer Frau meinen Schlüssel und bat sie, mein Heiligtum irgendwo abzuschließen, dass es nicht geklaut wird.
Der nette Mann war Krankenpfleger. Seine Worte „bleiben Sie ruhig liegen, sagen Sie nichts“ - ich hatte einfach keine andere Wahl als mich zu fügen und irgenwann nahm ich es von der heiteren Seite. Mal sehen, was jetzt noch so passiert. Ändern konnte ich dran ja eh nichts. Also kam erst Polizei, dann Krankenwagen, mir wurde eine Halskrause verpasst und dann vorsichtig in den Krankenwagen verfrachtet. Kaum war ich drin sagte der Rettungssanitäter, sie müssten jetzt schnell etwas zur Seite fahren, ein zweiter Krankenwagen sei auf dem Weg, im alten Botanischen Garten sei einer vom Baum gefallen. Was tut einer im Dezember bei Dunkelheit auf dem Baum???

So durfte ich also Krankenwagen fahren. Rückwärts im Liegen. Wo mir doch immer gleich übel wird. Der Zivi segelt übrigens auch. Dann machte der Farhrer fast eine Vollbremsung. „He junger Mann fahren Sie vorsichtig, mir wird schlecht.“ Ich hatte allerdings nicht bedacht, dass der Fahrer das Gespräch im Innenraum mithört... Beim Ausladen sagte er grinsend, ich solle mich nicht über seine Fahrkünste beschweren.
An der Anmeldung der BG mußten wir warten. Die haben ein Softwareproblem. „He, soll ich helfen?“ Verdutzte Blicke. „Ach ja, Sie kennen sich ja mit so etwas aus. Aber darf ich Sie da mal etwas fragen? ...“ Und schon begann eine eifrige Diskussion an über Mircosoft und deren neues Betriebssystem, das eh keiner braucht. Eine Schwester kam „herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!“. Richtig, der war ja heute auch.

Aber nix gebrochen, nicht verstaucht, HWS und BSW auch in Ordnung. „Dann sind Sie jetzt meine Expatientin“ sagt der Arzt. Schön, nix wie heim. Busfahren.
Zuhause angekommen, erstmal Petra anrufen. „Das Kino war heute aber kurz.“ Nee, war gar nicht. Kurze Zeit später klingelte die andere Leitung. "Ja, hier ist ...". Wer??? „Der vom Unfall.“ Wollte fragen, wie es mir geht. Der hat mir gerade noch gefehlt. Das Gespräch war kurz: anschnauzen,ihm sagen, er hätte meinen Geburtstag versaut.und solle mich in Ruhe lassen. Ich habe allerdings noch erfahren, dass es ihm unheimlich leid tut (ach ja?), dass er zwei Jahre jünger ist als Schwesterlein, dass das Auto auf seine Freundin zugelassen ist und dass er vor drei Monaten in der Hafengasse eine alte Frau angefahren hat und mit der seitdem ein freundschaftliches Verhältnis hat. Das erwartet er hoffentlich nicht von mir!