Freitag, 9. Mai 2008
Feierabendtour
Bebenhausen, Hohenentringen (Einkehr mit herrlicher Aussicht und leckerer Mostbowle), Unterjesingen Tübingen.
30 km
18,5 Durchschnitts-km/h
Donnerstag, 8. Mai 2008
Nachwirkungen der Schweiztour
rechtes Bein 16, linkes Bein 9, rechter Arm 6, linker Arm 1, Bauch 2
Dienstag, 6. Mai 2008
Gleichung mit Unbekannten II
w* = Wadenumfang
s* = Umfang des Oberschenkels
t* = Umfang der Taille
Nach 830 Kilometer Radfahren ergeben sich folgende Werte:
wneu = w + 1,5 cm
sneu = s
tneu = t - 3,5 cm
*es handelt sich dabei um bekannte Werte. Die Autorin hat es aus Datenschutzgründen vorgezogen, diese Werte nicht zu veröffentlichen
Montag, 5. Mai 2008
Zu Auffahrt ins Mittelland
1. Tag.
Tübingen, 1. Mai, ca. 8.25 Uhr. Der Zug nach Horb wird bereit gestellt. Obwohl – Zug ist etwas übertrieben. Der Triebwagen nach Horb wird bereit gestellt. Auf dem Bahnsteig gut 20 Fahrräder und noch mehr Menschen. Alle wollen in diesen einen Triebwagen. In den offiziell nur Platz ist für 10 Fahrräder. Aber wie kann die Bahn auch wissen, dass am 1. Mai so viele Ausflügler unterwegs sind. Das wäre zu viel verlangt.
Umsteigen in Horb. Doppelstockwagen. Auch hier die Fahrradabteile alle voll, der Schaffner wies uns einen anderen Platz an. Der Weg zum Klo war nur noch schwer begehbar, aber es hat funktioniert. Von Singen nach Schaffhausen hingegen hatten wir genügend Platz, wenigstens eine Strecke, wo alles problemlos klappt.
Ankunft Schaffhausen 11.24 Uhr. Regen. Und von den andern nichts zu sehen. Telefonisch waren sie auch nicht zu erreichen. Gesa nutze die Zeit um Geld zu holen. Irgendwann erreichte uns Roland. Treffpunkt Schiffsanlegestelle. Dort wurden wir herzlich begrüßt und die Gruppe war bis auf Roland und Mascha, die am Freitag in Baden dazustoßen wollten, komplett. Die Gruppe, die bereits in Singen gestartet war hatte anstatt der von Martin berechneten 30 km bereits 50 km auf dem Tacho. Auch die Höhenmeter stimmten nicht ganz, denn die ganze Strecke sollte 200 Hm haben, insgesamt waren es aber 600.
Los ging es den Rhein entlang zum Rheinfall. Von dort aus hoch zu einer Taverne in Nohl. Mittagessen. Gemischter Salat und surrer Most. Dort erwischte uns auch der Regen, aber als wir losfuhren was bereits wieder Sonne. Nach wenigen Metern waren wir wieder in Deutschland und fuhren weiter rechteshreinisch über Jestetten (D), Rüdlingen (CH), Buchberg nach Eglisau. Dort kehrten wir ein bzw ich saß mit Roland und Christoph auf einem Bänkchen am Rhein und genoß die Aussicht.
In Eglisau überquerten wir den Rhein und fuhren weiter am Rhein entlang über Glattal, Neerach, bis wir in Fisibach abbogen in Richting Bachs (430 m).
Familie Erb-Graf hieß uns herzlich willkommen und zweigte uns unser Quartier. Es gab zwei Duschen sowie Übernachtungsmöglichkeiten in Zimmer, Matratzen und Stroh. In der Massenunterkunft stand – etwas abgetrennt von Stroh und Matratzen auch ein Bett. Das war meins!
Es war herrlichstes Wetter und sofort waren die Tische und Bänke vor dem Kvartier belegt. Mit Leuten, die noch duschen wollten und die, die bereits geduscht hatten. Und wir wollten nur eins: Abendessen. Es gab Rösti (natur, Käse, Speck) mit Spiegelei und Fleischkäse, dazu Salat. Und als Nachspeise eine Zitronencreme mit Fruchtsoße. Es ging uns also richtig gut!
Der Großteil der Leute hatte heute 90 km und 600 Hm hinter sich und waren entsprechend müde. „Wie spät ist es?“ – „10 Uhr“. – „Nee, es ist doch erst 9.“ – „Na ja, gefühlte 10“. So waren um 10 auch alle verschwunden bis auf ein paar Hartnäckige, die sich aber 15-30 Minuten später auch zurückzogen.
2. Tag.
06.30 Uhr Wecken. 07:30 Uhr Frühstück. Aber viele waren bereits früher auf und um halb 8 hatten eigentlich alle ihr Rad schon gepackt, so dass es direkt nach dem leckeren Frühstück mit der riesigen Schüssel Bircher-Müsli losgehen konnte.

Zunächst ging es über Sündikon (451 m) hinauf nach Regensberg (617 m). Das Städtchen Regensberg wurde 1244 von Freiherren Lütold V. von Regensberg gegründet. Schon 1302 war Lütold VII gezwungen, da Städtchen den Habsburgern zu verkaufen. welche es 1409 an die Stadt Zürich verpfändeten.
1417 ging Regensburg endgültig in züricherischsen Besitz über und wurde Sitz des Landvogts. Als 1798 die Helvetische Reupblik gegründet wurde, wurde es dem Distrikt Bülach angegliedert.
Nach Ende der Helvetischen Republik 1803 wurde es Bezirkshauptort, verlor aber diese Funktion 1871 an Dislsdorf, welches durch den Eisenbahnbau an Bedeutung gewonnen hatte.
Nach der Besichtigung des Städtchens fuhren wir hinab ins Limmat-Tal und weiter nach nach Baden. Nach einer Pause mit Einkauf beim Bäcker stießen auch Jörg und Mascha dazu. So waren wir vollzählig und weiter ging es, der Mittagspause entgegen. Martin ging einkaufen: verschiedene Brotsorten, Käse, Schinken, Salami, Tomaten, Apfelsaft, getrocknete Mangos und Nussstängli.
Frisch gestärkt fuhren wir weiter. Auf einer sehr hügeligen Strecke. vorbei am Hallwilersee, wo uns zum Schluß ein Aufstieg mit 21% Steigung erwartete. Nach diesem Aufstieg (Roland, Thomas, Stefan und Christoph fuhren ganz hoch) gab es den ersten Ausfall. Doris brach zusammen. Also wurde ihr Gepäck auf die starken Jungs verteilt und wir fuhren nach einer Pause weiter nach Beromünster. Dort mußten wir uns alle erst einmal erholen bis wir die letzten 10 km bis zu Bauer Fritz (http://www.bauer-fritz.ch) in Rickenbach in Angriff nahmen.
Der Hof ist sehr schön gelegen, abseits jeglichen Autoverkehrs. Auch hier: Zimmer, Stroh und Matratzen. Und zwei Duschen. Zum Abendessen gab es Lasagne und Salat, als Nachtisch Crème Brulé.
Da wir recht spät ankamen, saßen wir erst um halb 8 beim Abendessen und um halb 10 war nach diesem Tag von den allermeisten nichts mehr zu sehen.
81,4 km, 1175 hm
5:39 h, 14,4 Ø km/h
3. Tag.
Die Muskeln sind schwer, der erste, wenn auch recht kleine Anstieg noch schwerer. Aber dann ging es erst einmal bergab zum See und weiter nach Huttwil (638 m). Dort verliesen uns Manfred und Doris, die auf eigene Faust weitermachen wollten. Die langsame Gruppe fuhr über Dürrentorh zur Käserei Affoltern (801 m). Dort gönnten wir uns nach dem Aufstieg erst einmal eine Militär Chäseschnitte. Das war eine Scheibe Brot mit einer dicken Scheibe Käse belegt, das ganze paniert und fritiert. Dazu Salat. Man konnte noch die Schaukäserei anschauen und natürlich Käse kaufen. Dann ging es denselben Berg, den wir 1 Stunde zuvor hoch geradelt sind wieder hinab und weiter rollten wir gemütlich nach Burgdorf, wo wir uns mit den anderen verabredet hatten.
Die anderen waren von Huttwil über Fritzenflue (929 m) nach Wasen gefahren und von dort hoch auf die Lüderenap (1144 m). Nur waren sie – als wir in Burgdorf waren, noch 20 km entfernt. Nachdem wir ½ h in Burgdorf saßen beschlossen wir aufzubrechen, zumal die nächste Unterkunft nur eine Dusche hat.
An Emme und Aare entlang rollten wir über Koppingen zu unserem Quartier in Aarwangen. Hier machte sich der Nachteil des Funktachos bemerkbar. Wir fuhren recht lange entlang von Hochspannungsleitungen und der Tacho zeigte überhaupt nichts mehr an. 0 km/h und keine Strecke. Dadurch gingen mir etwa 14 km auf dem Gesamttachostand verloren. Der nächste Tacho hat definitiv wieder Kabel!
Kurz davor war noch ein steiler Anstieg, der alle zum Fluchen brachte. Das mußte heute wohl auch nicht mehr sein.
101 km, 660 hm
5:35 h, 17,7 Ø km/h
Hier übernachteten wir in einem Heuschober aus dem 18. Jahrhundert. Unten Aufenthaltsraum, oben Stroh, unterm Dach Matratzen. Richtig gemütlich. Zum Abendessen gab es lasche Bratwurst mit Spiralnudeln und verkochtem Gemüse und Salat. Als Nachtisch gab es die restlichen Nuß-Stängli und Mangos vom Vortag.
4. Tag.
Letzter Tag, die Knie schmerzen, aber es ist trotzdem schade, dass es schon zuende ist. Bevor wir waber nach Basel gelangen, mußte noch der Jura überquert werden. In der leichtesten Variante, wie Martin sagte. Das ist der Obere Hauenstein-Pass von Basalthal nach ... Der Obere Hauenstein gehört zu den ältesten Übergängen zwischen dem Mittelland und dem Baselbiet. Schon die Römer benutzten diese Verbindung zwischen Salodurum/Solothurn und Augusta Raurica/Augst.
Auch hier trennten wir uns. Eine Gruppe fuhr mit Martin einen neuen Weg, die andere die asphaltierte Paß-Straße. Martins Weg-Test führte erst recht lange flach im Tal entlang und hatte dann einen recht steilen Anstieg. Das muß die alte Römerstraße gewesen sein, denn die Jungs hatten die Spurrinnen der Wagen gesehen. Die Strecke war ein einziges Hoch und runter, während wir gemächlich unseren leichten Aufstieg hatten (230 Höhenmeter auf 8 km).
Oben angekommen lud uns Ernst zu Kuchen ein, er hatte heute Geburtstag. Nur verriet er nicht, wie alt er wurde. Aber das kriegen wir auch noch raus. Danach ging es nur noch abwärts nach Basel. Noch ein kurzer Halt am Münsterplatz mit obligatorischem Gruppenfoto und dann Richtung Badischer Bahnhof.
Hier waren wir mit 12 Rädern angemeldet. Aber kein Schaffner in allen drei Zügen (Basel-Singen, Singen-Horb, Horb-Tübingen) wußte etwas davon. Der Zug Horb-Tübingen bestand wie auf der Hinfahrt aus einem Triebwagen und war entsprechend voll. Als in Rottenburg Leute aussteigen wollte, mussten wir erst einmal einen Teil der Räder ausladen, denn die hatten den Ausgang blockiert.
68,5 km, 470 hm
3:38 h, 17,52 Ø km/h
Gesamt: ca 290 km, 2600 hm
Fotos: Stefan Wiese