5. 12.
Soll ich jetzt zu svensk bio gehen oder nicht? Es kommt Hundtricket. Hur går det när man med hjälp av en hund försöker finna den stora kärleken? Andererseits bin ich viel zu müde dazu. Ach, skit i det, ich geh heim. Die Ereignisanzeige zeigt 17.04 Uhr an, als der Rechner heruntergefahren wurde. Ich packe mein Zeugs und mache mich auf dem Weg nach draußen. Im Magazin fällt mir ein, dass ich meinen Helm habe liegen lassen. Hole ich ihn, hole ich ihn nicht .... ach ja, auf die zwei Minuten kommt es jetzt auch nicht mehr an, ich gehe zurück und hole in.
Kurze Zeit später bin ich auf dem Radweg vor der neuen Aula und sehe ein Auto, dass recht schnell daher geschossen kommt. „Der wird doch wohl halten“ schießt es mir durch den Kopf und schon werde ich vom Auto erfaßt und fliege über Motorhaube auf die Straße. Irgendwie ist mir sofort das Spektakuläre an dieser Situation bewußt, muß mich aber erst mal sammeln und regen und will dann aufstehen. „Bleiben Sie liegen“ sagt eine männliche Stimme und drückt mich wieder auf den Boden. „Aber ...“ - Arg viel weiter komme ich nicht, denn die Stimme sagt, sie würden einen Krankenwagen holen. „NEIN“. „Doch, sicherheitshalber.“
„Wo ist mein Fahrrad?“ Die Leute starren mich ungläubig an. Das läge da hinten auf der Straße. Ich gab einer Frau meinen Schlüssel und bat sie, mein Heiligtum irgendwo abzuschließen, dass es nicht geklaut wird.
Der nette Mann war Krankenpfleger. Seine Worte „bleiben Sie ruhig liegen, sagen Sie nichts“ - ich hatte einfach keine andere Wahl als mich zu fügen und irgenwann nahm ich es von der heiteren Seite. Mal sehen, was jetzt noch so passiert. Ändern konnte ich dran ja eh nichts. Also kam erst Polizei, dann Krankenwagen, mir wurde eine Halskrause verpasst und dann vorsichtig in den Krankenwagen verfrachtet. Kaum war ich drin sagte der Rettungssanitäter, sie müssten jetzt schnell etwas zur Seite fahren, ein zweiter Krankenwagen sei auf dem Weg, im alten Botanischen Garten sei einer vom Baum gefallen. Was tut einer im Dezember bei Dunkelheit auf dem Baum???
So durfte ich also Krankenwagen fahren. Rückwärts im Liegen. Wo mir doch immer gleich übel wird. Der Zivi segelt übrigens auch. Dann machte der Farhrer fast eine Vollbremsung. „He junger Mann fahren Sie vorsichtig, mir wird schlecht.“ Ich hatte allerdings nicht bedacht, dass der Fahrer das Gespräch im Innenraum mithört... Beim Ausladen sagte er grinsend, ich solle mich nicht über seine Fahrkünste beschweren.
An der Anmeldung der BG mußten wir warten. Die haben ein Softwareproblem. „He, soll ich helfen?“ Verdutzte Blicke. „Ach ja, Sie kennen sich ja mit so etwas aus. Aber darf ich Sie da mal etwas fragen? ...“ Und schon begann eine eifrige Diskussion an über Mircosoft und deren neues Betriebssystem, das eh keiner braucht. Eine Schwester kam „herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!“. Richtig, der war ja heute auch.
Aber nix gebrochen, nicht verstaucht, HWS und BSW auch in Ordnung. „Dann sind Sie jetzt meine Expatientin“ sagt der Arzt. Schön, nix wie heim. Busfahren.
Zuhause angekommen, erstmal Petra anrufen. „Das Kino war heute aber kurz.“ Nee, war gar nicht. Kurze Zeit später klingelte die andere Leitung. "Ja, hier ist ...". Wer??? „Der vom Unfall.“ Wollte fragen, wie es mir geht. Der hat mir gerade noch gefehlt. Das Gespräch war kurz: anschnauzen,ihm sagen, er hätte meinen Geburtstag versaut.und solle mich in Ruhe lassen. Ich habe allerdings noch erfahren, dass es ihm unheimlich leid tut (ach ja?), dass er zwei Jahre jünger ist als Schwesterlein, dass das Auto auf seine Freundin zugelassen ist und dass er vor drei Monaten in der Hafengasse eine alte Frau angefahren hat und mit der seitdem ein freundschaftliches Verhältnis hat. Das erwartet er hoffentlich nicht von mir!
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