Beim Regal umräumen fiel mir unsere Abi-Zeitung in die Hand. Über mich steht da unter anderem drin:
"In Religion strickt sie, in Deutsch isst sie Kuchen, und Tee trinkt sie grundsätzlich überall und zu jeder Zeit. Herr B. aus B. nennt es 'Kaffeehausatmosphäre'. Hm, das war also damals schon so."
Aber stimmt, zusammen mit einer Freundin habe ich Christine aus der Parallelklasse das Sockenstricken beigebracht. Religion war diesbezüglich immer recht produktiv.
Besonders beliebt im negativen Sinn war bei uns vor allem das Fach Französisch. Das lag nicht am Fach, sondern an der Lehrerin, die auch im Kreise ihrer Kollegen nicht besonders beliebt war. Besonders auffallend war der Hass, den sie einem Kollegen, einem Spanischlehrer, genüber ganz offen auslebte.
Dieser Spanisch-Lehrer fragte mich:
- Wie war es heute in Französisch?
- Heute hatten wir kein Französisch.
- Ach deshalb siehst du so erholt aus!
Und ein Beweiß dafür, wie intelligent wir schon in Klasse 11 waren. Ein Mitschüler fragt im Musikunterricht: "Frau xyz, sollen wir den Text oder die Noten der Overtüre interpretieren?" Anwort der Lehrerin: "Die Overtüre besitzt keinen Text."
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