Donnerstag, 22. Oktober 2009

Gedanken zur Schweinegrippe

Ab Montag ist sie auch in Deutschland erhältlich: die Schweinegrippeimpfung. Pardon, die Impfung gegen die Amerikanische Grippe. Während in Schweden schon seit zwei Woche fleissig geimpft wird, kommt hier eine große Diskussion in Gange. Es wurde nämlich bekannt, dass Bundesbehörden (Ministerien, Bundeswehr, Bundespolizei) einen Impfstoff ohne Wirkstoffverstärker bekommen, während sich der Rest der Bevölkerung mit dem risikoreicheren Impfstoff mit Wirkstoffverstärker zufrieden geben muß. 

Natürlich ist das alles nur reiner Zufall. Natürlich gibt es in Deutschland keine Zweiklassenmedizin. Man hätte eben nur bereits vor Monaten den Vertrag abgeschlossen, der jetzt eingehalten werden müsse, redet sich das Innenministerium aus der Affäre.  Die ZEIT zitiert Regierungssprecher Ulrich Wilhelm: "Regierungsmitglieder bekämen – wenn sie wollten – beim Hausarzt denselben Impfstoff mit Wirkstoffverstärker wie der Rest der Bevölkerung". Aber wer wählt schon freiwillig den Impfstoff, der mit größeren Risiken verbunden ist?

Das Gesundheitsministerium wählt die Beschwichtigungstaktik, es geben keinen besseren oder schlechteren Impfstoff. Kritik an dem Impfstoff für die Normalsterblichen kommt jedoch von Virologe Alexander Kekule. Er sagt, dass damit geimpfte Menschen evtl tagelang arbeitsunfähig würden. Und das kann man unseren Jungs in Afghanistan natürlich nicht zumuten.

Auch viele Hausärzte raten von der Impfung ab. Als Simulanten sind ich und Trude echte Impfkandidaten, aber unsere Hausärzte - und meiner ist eigentlich ein richtiger Impfphanatiker - raten davon ab: man kennt die Risiken nicht richtig, Schnellschuss in der Entwicklung, wozu Wirkstoffverstärker.
Auf der Seite des schwedischen Läkemedelsverkets  stieß ich zufällig auf den Beipackzettel von Pandemrix, einem der Impfstoffe mit Wirkstoffverstärker. Nebenwirkungen:

Sehr häufig: (mehr als 1 von 10 Behandelten)

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Schmerzen, Rötungen, Schwellungen oder lokale Verhärtung an der Injektionsstelle
  • Fieber
  • Muskel- oder Gelenkschmerzen

Häufig: (1 - 10 Behandelte von 100)

  • Wärmegefühl, Jucken oder Blauer Fleck an der Injektionsstelle
  • Vermehrtes Schwitzen, Frieren, Influensaartige Symptome
  • Geschwollene Drüsen an Hals, Armbeugen oder Lymphsystem

Gelegentlich: (1 - 10 Behandelte von 1000)

  • Kribbeln oder Einschlafen der Hände oder Füße
  • Schläfrigkeit
  • Schwindel
  • Durchfall, Erbrechen, Magenschmerzen, Übelkeit
  • Jucken, Ausschlag
  • Krankheitsgefühl
  • Schlaflosigkeit
Es scheint mir aber, dass die Schweden hauptsächlich mit Pandemrix impfen. Jetzt sollen sie es mal ausprobieren, dann können wir Deutschen es uns immer noch überlegen. Obwohl die Schweden ja ihrem Ziel, 80% der Bevölkerung zu impfen, sicherlich nicht besonders nahe kommen, wenn sogar nur 73% der Mitglieder des Reichstags bereit sind, sich impfen zu lassen. 
So bleibt also nur kopfschüttelnd abzuwarten, auf wie vielen Dosen Impfstoff die Gesundheitsbehörden mit dieser verpatzten Aktion ab Montag sitzen bleiben.

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