Ein Tal im Schwarzwald. Die enge, kurvenreiche Straße schlängelt sich parallel zum Bach durch das Tal. Die entlang der Straße liegenden Dörfer ziehen sich kilometerweit in die Länge, das Rathaus ist in Ortsteil 1, die Kirche in Ortsteil 2, Schule gibt es keine. Die vermutlich einzige Einnahmequelle hier: Tourismus und Holzverarbeitung. An der Herbstfärbung der Blätter kann man erkennen, dass der Schwarzwald nicht nur aus Nadelbäumen besteht. An den Hängen vereinzelte Häuser, eines davon ist unseres. Abgeschieden, mit etwa 5 Minuten Fußweg bis zur Straße liegt es am Hang, das nächste Lebensmittelgeschäft ist vier km entfernt.
Morgens wird man nicht vom Straßenlärm geweckt, sondern vom Wecker, bzw in unserem Fall von den Bauarbeitern, die im badischen Dialekt durch das zur Zeit zu renovierende Haus laufen. Der Tagesablauf ist bestimmt von zwei Dingen: den Mahlzeiten und dem Arbeiten. Kurz vor den Mahlzeiten klingt ein Gong durch die Gebäude, um die in ihre Arbeit konzentrierten Forscher an die erforderliche Nahrungsaufnahme zu erinnern. Bei den Mahlzeiten wird stark auf Kommunikation geachtet, bei jeder Mahlzeit sitzt man mit anderen Leuten am Tisch. Was anfangs ziemlich anstrengend ist, wird mit der Zeit eine ziemlich interessante Sache. Man erfährt, dass der Abakus teilweise noch heute in China angewandt wird und dass die mathematischen Symbole erst im 16. - 17. Jahrhundert entstanden. Woher sie kommen, darüber waren sich die Nationalitäten an Tisch uneinig. Die Türkin behauptet, sie kämen aus dem arabischen Raum, für die anderen Nationalitäten der Gruppe ist das nur eine Geschichte von vielen. Beim Abendessen unterhält man sich mit der Mutter der kleinen Emma über die Zweisprachigkeit und am nächsten Tag mit dem in Straßburg lebenden Russen über den Unsinn, dass in Frankreich bei jedem internationalen Kongress eine französische Übersetzung gewährleistet sein muss. Auch interessant war die Unterhaltung mit Jens, dem Dänen über das Dänische Königshaus und dass seiner Meinung nach Margarete II von Dänemark ihre Arroganz nur von ihrer Mutter, Ingrid von Schweden, haben kann.
Zusammenfassend kann man sagen, die Woche war bereichernd: fachlich, allgemeinbildend, aber auch die Körperfülle betreffend.
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