Radfahren ist eine wichtige Form des Herz-Kreislauf-Trainings. Insgesamt gesehen überwiegen die positiven Effekte. Es ist zu empfehlen, das Trainingsprogramm den oben beschriebenen Erkenntnissen entsprechend, individuell nach Kondition und Körpertyp anzupassen. Es wurde gezeigt, daß ein Wechsel von sitzender in die stehende Position während des Radfahrens einen signifikanten Anstieg des Sauerstoffpartialdrucks im penilen Blut zur Folge hat. Sinnvoll sind also häufige Änderungen der Körperposition während des Radfahrens. Ergänzend dazu ist eine Verminderung der perinealen Kompression durch eine effektive Sitzposition sicherzustellen, so daß nur höchstens ein Viertel des gesamten Körpergewichts auf dem Sattel lastet. Ausgedehnte Ruhepausen während einer langen und anstrengenden Fahrradtour sind sinnvoll, um ein peniles Taubheitsgefühl und eine mögliche erektile Dysfunktion zu vermeiden. Radfahrern, die auch gerne in der Halle trainieren, empfehlen wir das „Spinning”, bei dem während des Trainings viele Wechsel der Körperposition vollzogen werden.
Sollte es trotz der oben genannten vorbeugenden Maßnahmen zu gesundheitlichen Einschränkungen im Genitalbereich kommen, empfehlen wir als Alternative die Benutzung eines Liegefahrrades, um die Risiken von Hypooxygenierung des Schwellkörpers und einer Verminderung des penilen Blutflusses zu vermeiden.
Quelle: Sommer, F.: Die Einflüsse des Radfahrens auf die männliche Sexualität.
Erschienen in: Blickpunkt Der Mann 01/2004
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